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20.Mai 2009 - Filder-Zeitung: Die Oberaicher mögen Oberaichen

Bürgergemeinschaft feiert 20-jähriges Bestehen – „Große Aufreger gibt es derzeit nicht“ Oberaichen.

Seit 20 Jahren setzt sich die Bürgergemeinschaft für Oberaichen ein – ohne laute Polemik, aber mit Erfolg. Aus einer kleinen Gruppe ist inzwischen ein Verein mit 350 Mitgliedern geworden.

Von Tim Höhn ("FILDER–ZEITUNG" vom 20. Mai 2009)

Begonnen hat alles mit der Oberaichener 700-Jahr-Feier im Jahr 1987. Das Fest musste vorbereitet werden, einige Bürger rauften sich zusammen, engagierten sich. Zwei Jahre später, 1989, wurde aus der kleinen Gruppe die Bürgergemeinschaft, ein noch kleiner, aber schon eingetragener Verein. Der nun, 20 Jahre später, Jubiläum feiert – mit 350 Mitgliedern. „Damit sind zehn Prozent der Einwohner von Oberaichen Mitglied bei uns“, sagt Dieter Hörz, seit 1995 Vorsitzender des Vereins. „Das ist doch ein erstaunlicher Wert.“ Zumal es eher mehr als weniger werden. „Scheinbar gelingt es uns ganz gut, die Belange des Ortsteils zu vertreten.“ Das nämlich ist das Ziel. Die Bürgergemeinschaft will den Zusammenhalt stärken, Sprachrohr sein, die Interessen Oberaichens öffentlich machen. Der Verein hat ein Heimatbuch herausgegeben, organisiert Feste und Veranstaltungen wie das Open-Air-Konzert oder mischt sich in politische Debatten ein. „Lärm und Verkehr sind in Oberaichen immer ein Thema, aber den großen Aufreger gibt es derzeit nicht“, sagt Hörz. Auch das muslimische Gebetszentrum, das bald in der Nähe des S-Bahnhofs entstehen soll, provoziert in Oberaichen – anders als in Unteraichen – offenbar kaum Protest. „Es gibt natürlich immer vereinzelte Schreier, aber wir haben eine offene und liberale Einstellung“, sagt Hörz. „Ich habe nicht das Gefühl, dass unsere Bürger dieses Zentrum als Problem sehen.“ Das Gleiche gelte für die lange umstrittene Mobilfunkantenne im Turm der Friedenskirche (wir berichteten mehrfach). „Ich höre nur noch wenige Beschwerden“, sagt Hörz. Und deshalb gebe es für seinen Verein keinen Grund, aktiv zu werden. „Wir setzen uns für oder gegen Dinge ein, wenn unsere Mitglieder uns dazu auffordern.“ Momentan, hat es den Anschein, sind die Oberaichener mit Oberaichen recht zufrieden. Rückschläge musste der Verein dennoch einstecken in den vergangenen 20 Jahren. Ein Beispiel: „Wir haben versucht, einen Neubürgertreff zu initiieren, 300 Einladungen verschickt, am Ende waren nur zwei Leute da“, berichtet Hörz. Daraus habe man gelernt. Die direkte Ansprache, etwa auf einem Kinderfest, beim Jazzbrunch oder Maibaumstellen, funktioniere besser. „So erreichen wir alle: die Alteingesessenen und die Zugezogenen.“